Winter in Thailand

2 Heinzelmännchen - 2 Fahrräder - 3 Monate

Samstag, 16.02.2019 Mekong River View Resort

....    irgendwo hinter Pak Chom. Daß man immer naßgeschwitzt in runtergekühlte Cafés oder Hotelzimmer geht, rächt sich irgendwann doch, ich bin ziemlich erkältet! Daher sind wir heute nur so 55 km am Mekong entlanggeradelt. Von Chiang Khan führt ein super Radweg ca 3 km direkt am Mekong auf einer betonierten Uferpromenade bis zu Stromschnellen. Dieser Event  wird unglaublich vermarktet, dort hat es die üblichen Ständchen, da der Thai an sich, fürchtet zu verhungern, wenn nicht alle 100m etwas zu Essen auf ihn wartet! Gerade werden aber ein riesiges Restaurant und eine Verkaufshalle  gebaut, mal sehen wie lange sich die Ständchen dann noch halten. Die "Stromschnellen" sind in der Trockenzeit , nun wie soll ich sagen, zu vernachlässigen....Egal, der Blick auf den Mekong war schön. Auf einer Straße mit ganz wenig Verkehr ging es weiter. Durch die üblichen kleinen Ortschaften, wo wir immer erst Erstaunen, dann ungläubiges "Hello" und auf unser "Sabatie kah" ein Gelächter auslösen! So hatten wir immer wieder tolle Ausblicke auf den Mekong, erreichten einen schönen Wat, stoppten und stellten fest, daß dort hoch über dem Mekong ein großer schattiger Baum mit Bänken stand. Unten pendelten kleine  Fähren zwischen Laos und Thailand hin und her, Nach einer Weile kam ein Motorrad mit Eiswagen vorbei, dessen Kokosnuß- und Thai Tee Eis vorzüglich schmeckte. Hier ißt man übrigens nur die frische Kokosnuß und das schmeckt ganz vorzüglich! So vertrödelten wir fast eine Stunde, es war so schön dem Treiben auf dem Wasser und am Ufer zuzusehen, schweren Herzens trennten wir uns von diesem Platz. Es war heute wieder sehr, sehr heiß, der Himmel bewölkte sich , aber würde es regnen? Ja, und wie - glücklicherweise waren wir gerade bei Mike und seiner Frau angekommen und im Bungalow eingezogen, als ein unglaubliches Gewitter losbrach. Wir hatten nochmals Glück, als für kurze Zeit der Regen nachließ, gerade lange genug , um das Restaurant zu erreichen und einigermaßen trocken wieder zurückzukommen. Mikes Frau hat ein sehr leckers Stew mit Kartoffeln für uns gekocht. Wir haben uns ein wenig mit Mike unterhalten, er freut sich über den regen, sie hatten über 2 Monate keinen mehr. Nach der Regenzeit ist der Mekong 10 m höher. Es gewittert wieder, aber seit 10 Minuten haben wir auch wieder Strom! 

In einem Dorf kann man Mekong Steine kaufen, sortiert nach Größen und Formen.

    In den Wartezeiten zwischen den ankommenden und abfahrenden Fähren - so 4-5 pro Stunde relaxt man in der Hängematte.

Es regnet immer noch, das Gewitter scheint durch zu sein, es hat tatsächlich angenhem abgekühlt auf ca 23°.

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Freitag, 15.02.2019 Chiang Khan

Wir haben den Mekong erreicht! Unsere Route führte an die laotische Grenze und am Nam Heung Fluss entlang. Kurz vor Chiang Khan kommt der Mekong vom Norden dazu. So große Flüsse mit klangvollen Namen haben immer etwas Besonderes, Erhabenes oder Mystisches, ich weiß nicht recht, wie man das ausdrücken kann.. Die Straße war sehr gut, die Autos auf den knapp 70 km an einer Hand abzuzählen, die üblichen Steigungen inklusive. Die wenigen Ortschaften, die wir durchradelt haben, machen einen sehr ursprünglichen Eindruck, was nichts anderes heißt, als hier leben die Menschen noch einfacher, als wir es schon gesehen haben. Der Mekong ist der Grenzfluß und in Laos sieht es nicht viel anders aus. Chiang Khan wirbt als die "Perle des Mekong" und bei Thai und Chinesen als Wochenendtrip sehr beliebt. Es ist aber auch wirklich eine sehr nette Kleinstadt, mit einer richtigen Uferpromenade und in den schönen alten Holzhäusern ist ein Guesthouse oder Hotel am anderen. So richtig ausgebucht scheint es aber nicht zu sein, wir sind im "Welcome Holiday" die einzigen Gäste mal wieder...!! Dabei haben wir sogar Mekongblick und eine große Terasse. Die Attraktion ist die abendliche "Walking Street", die Autos werden verbannt und Ständchen mit allerlei leckerem, ekligem und kuriosem Essen angeboten. Hinzu kommen Souvenirläden mit Kunsthandwerk aus der Region, wenn wir nicht mit dem Rad unterwegs wären, hätte ich schon etwas finden können.

Garten am Mekong

Die Häuser sind schon ein wenig einfacher/  Die örtliche Tankstelle

 

Mit diesen Schatzkarten wird auf "Tourist attraction" hingewiesen, doch dann ist die Beschreibung nur noch in Thailändisch

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Donnerstag, 14.02.2019 Tha Li oder Thali

Heute ist Valentinstag -  fiel unserer Wirtin Pizza heute morgen ein, woraufhin sie 2 rote Rosen für uns abschnitt und sie an unserem Rad drapierte. Nach herzlicher Verabschiedung, so viele kommen wohl nicht bei ihr vorbei, vielleicht liegt es auch daran , daß an der Hauptstraße kein Schild steht. Weder in Thai noch in Englisch, wir fanden den Ban Paya nur über booking,com. Geschlafen habe ich ganz schlecht, da die ganze Nacht ein Krächzen, Schnauben, Kreischen, Tapsen zu hören war. Wir waren so abgelegen, ein reger Wildwechsel scheint über die Terasse spaziert zu sein.

In Dan Sai besuchten wir den Wat Neramit Wipattasana , der unweit malerisch auf einem Hügel liegt. Da wir  die ersten Besucher waren, lag eine besondere Athmosphäre über dem Wat. Die Mönche grüßten freundlich und 2 Nonnen luden uns ein, bei der Übergabe der Speisen an den Gründer des Wats, der nur noch in Form einer Figur existiert , dabei zu sein. Sie sangen, beteten, stellten dem Abt eine Flasche Wasser, ein Körbchen mit Klebreis sowie laktosefreie Milch hin. Das scheinen seine Lieblingsspeisen gewesen zu sein.

 

Die angenehmen 25°morgens  waren um 9 Uhr schon Geschichte! Wir hatten eine sehr schöne Strecke, kilometerlang radelten wir an Gärtnereien vorbei, der Ort Phu Ruea ist dafür wohl bekannt. Im Dezember findet ein Winter Flower Fest statt.

Das gefürchtete Lastwagen- Schild, das ohne Prozentangaben darauf hinweist, daß es gleich senkrecht den Berg hoch geht, tauchte auch ein paar Mal auf. Aber unsere Kondition scheint besser zu werden!! Eine sehr schöne Berglandschaft tauchte in Richtung Laos auf, leider ist es viel zu diesig , um das auf einem Foto zu zeigen. Auf dem letzten Paß, der uns auf fast 900 m hinaufradeln hieß, war ein kurioser Tempel, ein Monster mit offenem Rachen - siehe Foto unten.

   

So empfing uns Tha Li - und fast jeder andere Ort, Schulen und Verwaltngsgebäude. Der König, oder die Stadträte, die Lehrer und besten Schüler sind auf großen Plakaten abgebildet. Than Li ist eine kleinere Ortschaft, in der wohl wenig Touristen vorbeikommen. Die Wirtin in unserer Garküche heute Abend war so begeistert, daß sie erst mal Fotos von uns machte. Das Essen war sehr gut, Pathai, Glasnudeln mit Bambussprossen, Tofu (?) und Erdnüssen. Da wir heute nicht allzuviel gegessen haben und die Portionen nicht allzu groß sind, haben wir 2 mal nachbestellt, was sie mit großem Stolz erfüllte und sie uns mit Handschlag und tiefer Verbeugung verabschiedete.

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Mittwoch, 13.02.2019 Dan Sai

38° und es wird noch heißer.....Kieslasterwetter, wie unser Radfahrerfreund Hermann Plaza zu sagen pflegt, weil das Wasser an einem heruntertropft, wie bei einem Kieslaster! Die Strecke war sehr schön heute, durch viele Ortschaften, über Berge und Täler. Leider ist alles sehr trocken, nach der Regenzeit sieht das sicher wunderschön aus. Leider brennt es auch an allen Ecken und Enden der Wald, das Feld, der Müll - zündeln scheint das große Hobby der Thai zu sein.

In Nakhon Thai gab es mal wieder die obligatorische Nudelsuppe. Da jede Köchin ein Spezialrezept hat, schmeckt sie immer wieder anders. Außerdem ist sie salzig, flüssig und liegt einem beim Weiterradeln nicht im Magen. Wir bekamen noch ein paar Bananen dazu geschenkt und dannach waren wir bereit für die Berge, die Rampen waren nicht allzu lange und die Straße sehr gut. So erreichten wir Dam Sai, ein weit verstreuter, geschäftiger Ort und einem Maskenmuseum. Im Juni findet ein großes Maskenfest statt, leider war alles in thailändisch beschrieben, so konnten wir nicht rauskriegen was und warum man feiert. Irgndwie scheint es auch buddhistisch zu sein, da die Mönche auf Podesten getragen werden, wie man auf Fotos sehen konnte.

Wir haben eine Unterkunft ganz abgelegen, in absoluter Idylle, ringsum ist schwarze Nacht, die Grillen zirpen um die Wette und die Geckos keckern an der Decke und fressen hoffentlich viele Stechmücken!! Wir sind die einzigsten Gäste mal wieder, Pizza (so heißt die Besitzerin ?!) holte scharfes Essen für uns, Chang Bier gibt es auch, der Abend ist gerettet!

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Dienstag, 12.02.2019 Chat Trakan oder Ban Pa Daeng

Die Schreibweisen gehen oft auseinander, mal zusammen, mal mit ein paar "H"s dazwischen, mal heißt der Ort bei Google ganz anders als im Reiseführer.....dazu kommt , daß das Ganze nur auf thailändisch geschrieben ist. Man muß schon findig sein. Gestern radelten wir durch, laut Reiseführer,die schönste Allee Thailands, mit über 700 teils bis zu 40 m hohen Drachenbäumen. Das war sie bestimmt auch mal , bevor der ganze Verkehr von Chiang Mai nach Lamphun sich dadurch quetschte. Die Bäume wurden zu einer Zeit gepflanzt, als es noch keine Autos gab!

In Lamphun steht einer der bedeutensten Wats , der Wat Phratat Haripunchai aus Mitte des12. Jahrhunderts. Zuvor mußten wir durch eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern, die sich Fragen in Englisch auf den Arm geschrieben haben und auf Touristen lauerten! Das obligatorische Foto mit uns durfte natürlich auch nicht fehlen!

Entspannt tranken wir dannach Kaffee und radelten dann zum Bahnhof, um nach Uttaradit zu fahren. Pech, der Gepäckwagen war voll!! Ziemlich gefrustet radelten wir zurück in ein Café mit Wifi und überlegten uns einen Plan B. Das Angebot der Bahn war, um 6 Uhr morgens wieder zu kommen und nach einem Platz zu fragen, wir könnten die 270 km mit dem Rad fahren,was uns 3 Tage  kostet und wir müssen oft auf die Autobahn. Alles doof!! Uns kam die Idee zum Busbahnhof zu radeln und nachzufragen, ob es einen Bus gibt. Dort trafen wir in Gestalt von einer jungen Frau, die englisch sprach auf unsere Rettung! Busse nehmen keine Räder mit, aber sie telefonierte mit dieversen Bekannten und/oder Taxis. Da fand sich jemand mit einem Pickup, der uns am selben Abend, es war mittlerweile 17 Uhr 30, nach Uttaradit fahren würde. Es war mit 5000 Baht nicht ganz günstig, aber wir waren mit dieser Wandlung sehr froh!.

Leider sprachen weder der Fahrer noch der Sohn, der sich zu mir auf den Notsitz quetschte, englisch. Er fuhr aber sehr anständig und als wir die bergige Streckenführung, den Verkehr und den oft fehlenden Seitenstreifen sahen, waren wir mit der Lösung immer glücklicher! Gegen 21 Uhr 30 erreichten wir das Hotel in Uttaradit, das nun leider ausgebucht war! Netterweise durften wir das Wifi nutzen und fanden unweit ein richtig großes Stadthotel (Friday Hotel). Zwei Nachtportiere eilten herbei trugen unsere Räder in die Lobby  und unser Gepäck aufs Zimmer. Im hauseigenen Restaurant mit live Musik, die ob ihrer Lautstärke eine Unterhaltung unmöglich machte und uns fast ertauben ließ, verschlangen wir hungrig eine Pizza und die zwei Bier sorgten für die nötige Bettschwere!

 Blick aus unserem Hotelzimmer über Uttaradit.heute morgen

 

Nach einem American Frühstück, ich kann Rühreier und diese orangene Wurst schon fast nicht mehr sehen, starteten wir unsere heutige Tour. Wir nähern uns dem Mekong und der Region Isaan oder Isaarn, auch da gibt es verschiedene Schreibweisen, wir sind ganz an der laotischen Grenze. Heute war es sehr heiß, um die 38°, aber bewölkt und so schafften wir die hügeligen, verkehrsarmen  95 km in einer passablen Zeit.

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Sonntag, 10.02.2019 Chiang Mai Sonntag

Es gibt ihn noch, den Sunday Morning Cycling Club! Mit meinem Rad Trikot , das ich damals gekauft hatte, wurden wir gleich erkannt. Ungefähr 30 Frauen und Männer treffen sich immer noch jeden Sonntag für eine kleine Radtour, wir haben uns mit Peter unterhalten, der seit 5 Jahren in Chiang Mai sein Rentnerdasein verbringt. Leider war heute eine organisatorische Versammlung und sie radelten nur 200 m zum nächsten Wat. Zuvor wurden wir offiziell begrüßt, mußten uns vorstellen, erzählen was wir hier machen und vor allem, erklären warum wir den Club kennen. Das Ganze mit Mikrophon auf einem großen Platz vor dem Thapae Tor!!!

Anschließend wanden wir uns den Tempeln und Wats zu. Zusammen mit unzähligen chinesischen Touristen, die das Neue Jahr nicht mehr traditionell zuhause verbringen, sondern diese eine Woche Urlaub zum Reisen nutzen..

Ich weiß gar nicht mehr, wie oft wir unsere Schuhe ausgezogen haben, um ein Viharn (Haupttempel mit Buddha) zu besichtigen.Wir haben  uns auf die Reise entsprechend vorbereitet und bemühen uns beim Besuch der Wats keine religösen Gefühle zu verletzen. Doch benehemen sich manche Touristen, daß einem fast der Mund offen stehen bleibt. Selfies mit Buddha Statuen sind ein absolutes Tabu oder im knien die Füsse in Richtung Buddhafigur zu strecken oder so lange betend vor einem Buddha zu knien bis das Foto stimmt....Wir sind ziemlich sprachlos, wie mag es da erst den gläubigen Thais gehen. OMB!! Oh My Buddha , wie heute Abend ein junger Mann Karl bewundernd hinterher rief "I love your beart". Des weiteren besuchten das Lanna Folk Museum, das in einem stattlichen alten Gerichtsgebäude untergebracht ist und sehr anschaulich die Lebensweise der Lanna, ein Volkstamm aus Chiang Mai darstellt. Dannach besichtigten wir ein sehr schönes Teakhaus einer Tee-Händler-Familie, das heute einen Tee-Salon und Kunsthandwerkläden beherbergt.

Raming Tea House , man beachte das zusammengeknotete Bambusgerüst

Ein kleiner mit wundervollen Blumen angelegter Park, in dem heute vormittag gejoggt, gewalkt, meditiert wurde oder so wie wir, einfach einen Espresso am See genießen

Das ist kein Foto vom Weihnachtsmarkt am Sonntag, das ist ein "kleiner" Nachtmarkt in der Sunday Walking street, eine Straße wird zur Fußgängerzone und man schiebt sich an den Ständen vorbei, ohne Chance etwas genauer anzusehen. Nach dem 50. Stand mit Elefantenhosen war es uns zu viel und wir bogen ab.....so ein Tag in der Stadt ist auch ganz schön anstrengend!

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Samstag, 09.02.2019 Chiang Mai

Zugegeben die Fahrt heute war nur mäßig angenehm! Viel Verkehr, 12 km durch eine Baustelle, in welcher es weder Geschwindigkeitsbeschränkung, Überholverbot, markierte Fahrspuren oder überhaupt ein Schild gibt, halt- stimmt nicht ganz, rote Schilder mit thailändischer Sprache standen immer wieder mal da.

Dannach eine Schnellstraße mit nicht immer vorhandenem Randstreifen, zur Entschädigung führten die letzten Kilometer idyllisch durch Reisfelder und kleine Dörfer. Unterwegs kamen wir an heißen Quellen vorbei, da war was los, vorwiegend chinesische  Touristen können sich dafür begeistern. Daneben stand ein wunderschöner, restaurierter und nun wieder verfallender Khmer Wat, über den wir nichts in Erfahrung bringen können.

Wer findet den Fehler????

Das Wasser hat 98° und der größte Spaß ist, darin Eier zu kochen!

 

So kamen wir schließlich in Chiang Mai an, 150000 Einwohner, das ist was anderes als die Dörfer durch die wir bisher geradelt sind. Wir waren ja vor  11 Jahren schon mal hier, ich würde sagen der Verkehr hat sich vervierfacht und die Touristen verzehnfacht! Unglaublich was hier los ist. Wir haben uns ein sehr gutes Hotel in der Nähe des Thapaen Stadttores geleistet, da die meisten Sehenswürdigkeiten in der angrenzenden Altstadt liegen. Heute Abend sind wir ein einige Kilometer durch die Altstadt geschlendert und hörten nur chinesisch, französich und russisch! Vor 11 Jahren traf sich der "Sunday morning cycling club" immer um 8 Uhr am Thapaen Tor und wir radelten damals mit. Ob es das noch gibt, werden wir morgen überprüfen! Im Internet konnten wir nichts finden....Ansonsten gibt es hier sehr schöne Wats und Museeen zu besichtigen. Einen schönen Sonntag euch allen!

 

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Freitag, 08.02.2019 Wiang Kalon

Gestern Abend und eigentlich heute morgen noch, waren wir völlig unschlüssig, wohin wir weiterradeln wollen, dann haben wir uns ganz spontan für Chiang Mai entschieden! Der Ort Wiang Kalon liegt so ziemlich in der Mitte der Strecke. Heute morgen mußten wir noch beim Radladen vorbei, da diesmal in meinem Hinterrad ein Plattfuß war! Ein freundlicher Mitarbeiter hat den Schlauch ganz zügig gewechselt und mit dieser kurzen Verzögerung ging es los. Wir waren ja wieder auf Rampen gefasst, aber es waren ganz humane Steigungen, immerhin ging es auf knapp 1000 m hoch. Es gab nur 4 Lastwagen.-Schilder, die die elenden Steigungen ankündigen. Die Strecke war überhaupt sehr schön, da wir durch einen mit bunten Blättern herbstlich anmutenden Wald fuhren. So waren wir immer wieder im Schatten, dabei hatte es heute 39° und in manchen Kurven, hatte man den Eindruck ein Föhn bläst noch zusätzlich heiße Luft!

 

Auf dem ersten Berg, kam ein richtiges Café mit einer Dame , die ganz gut englisch konnte. Wir kamen ins Gespräch und sie erzählte uns, daß ihre Freundin in Stuttgart verheiratet ist und in einem thailändischen Restaurant arbeitet! Leider wußte sie den Namen des Restaurants nicht.

Unterwegs kam dieser erfrischende Wasserfall TonTan, wir wären beinahe hineingehopst! Doch wir mußten ja weiter, in Wang Nuea wartete schon die gute Nudelsuppe auf uns !

Das ist der Blick auf den Ort Wiang Kalon und seinen Berg-Wat,. Liegt nicht ganz so idyllisch, wie es auf dem Foto aussieht an einer großen Kreuzung, wir haben jedoch in einem ganz modernen Hotel ein ruhiges Zimmer.

Nun waren wir gerade beim Abendessen und wir sind manchmal fast überfordert mit den wechselnden Eindrücken. Ein Restaurant, das nach Berlin oder New York passen würde, mit weißen Tischdecken, Hash-Browns, japanischen Pfannkuchen und Bier aus Rotweingläsern. Alles war super lecker und wenn man vor dem Benutzen des Löffels selbigen nicht abwischen muß, hat das auch was für sich! Morgen radeln wir die nächsten restlichen 80-90 km nach Chiang Mai, auch wieder auf über 1000m hoch, mal sehen wieviele Lastwagen-Schilder kommen werden....

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Donnerstag, 07.02.2019 Phayao Tag 2

  So ein Ruhetag ist gar nicht schlecht! Wir sind natürlich trotzdem Rad gefahren, nämlich um den See herum so gute 30 km. Zuerst haben wir, wie es sich gehört  einen Wat besichtigt.

Wo das Jahr des Schweins, der Beginn des chinesischen Neujahr gefeiert wird. In Thailand feiert man gerne drei Mal Neujahr, das westliche am 31.12, das chinesische im Februar und das thailändische im April.

Was nach einem Lotteriespiel aussieht, steht in vielen Wats, man wirft Geld in diesen Automaten und steht betend davor. Der Lichtstrahl blinkt und dreht sich im Kreis, um dann , wie beim Roulette irgendwann an einer Zahl stehen zu bleiben. Daraufhin öffnet man das Kästchen mit der entsprechenden Nummer rechts, zieht einen Zettel und bekommt (hoffentlich) eine passende Antwort auf seine Fragen.

Die Tour um den See war wirklich sehr schön, es wurde streckenweise eine Scenic Route angelegt. Unterwegs darf ein Restaurant nicht fehlen und heute gab es keine Nudelsuppe, sondern gegrillte Scampi und Gemüse! Daß wir so oft Nudelsuppe essen (müssen) liegt an den Garküchen unterwegs, da scheitert eine Bestellung oft an der Verständigung und auf ein Päckchen Nudeln kann man einfach zeigen! Eine Speisekarte sucht man vergebens, die Nachbarn wissen, was die Spezialität der Hütte ist! Heute gab es jedoch eine Karte auf Englisch und Thai, fein säuberlich in ein Schulheft handschriftlich eingetragen. Restaurants finden sich nur in größeren Orten, normalerweise sitzt man an einem der wenigen Tische in einer Garküche unter einem großen schattigem Dach im Freien. Der Radweg verläuft, wie bei uns auch, wo Platz ist richtig gut ausgebaut und hübsch angelegt und wo eben kein Platz ist wird man wieder auf die Hauptstraße verwiesen. So erreichten wir wieder unser Cozy Nest - so heißt das Hotel, trafen auf einen jungen Schweizer der heute 230 km mit dem Rennrad zurückgelegt hatte und fühlten uns als völlige Versager!!! Im Gespräch stellte sich heraus, daß er bis vor kurzem zur Schweizer Nationalmannschaft des Duathlons gehörte, Bergläufe und Radrennen....das rückte unser angeschlagenes Selbstbewußtsein wieder ein bißchen zurecht!

 

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Mittwoch, 06.02.2019 Phayao

Wat Phraton Khao Noi, der schreitende Buddha blickt nach Nan hinab, da radelten wir vor der eigentlichen Tour auch noch hinauf! Wir Ahnungslosen!

Gestern mußten wir sehr kämpfen! 1400 Höhenmeter auf 74 km hört sich nicht so erschreckend an, wenn die Steigungen aber zwischen 18 oder 28 % oder was weiß ich wieviel Prozent, liegen und es immer wieder ebenso steil hinab geht, zermürbt das ziemlich.Es erinnerte uns sehr an den Römerweg, der von Degerloch nach Stuttgart hinab führt! Teilweise mußten wir schieben, da es mit dem Gepäck und vermutlich auch ohne nicht zu fahren war. Das ist leider oft das Problem in Ländern, die erst spät Straßen für Autos bauten, da wird auf Traktoren, Mofas oder Räder keine Rücksicht genommen. Jedesmal wenn dieses Schild mit dem Lastwagen auftaucht, klackt die Gangschaltung und ich hole tief Luft!

Das Ganze dann noch bei 35°, wir konnten fast nicht so viel trinken, wie wir schwitzten. Unser Glück war, daß zwischendrin ein Aussichtsplatz mit Nudelsuppe kam.

Nun ja, wir haben es geschafft und fanden in Chang Muang im Siri Garden eine phantastische Unterkunft - sehr stylisch und mit einer sehr freundlichen und englisch sprechenden Dai. Außerdem trafen wir dort auf André, der für 3 Wochen mit dem Rad Nord-Thailand erkundet. Wir hatten einen sehr lustigen und schönen Abend zusammen, nicht nur wegen des Bee-Whiskeys , den uns Dai spendierte. Heute morgen war es mit 11° sehr, sehr frisch und wir konnten es fast nicht glauben! Dai meinte auch, daß es sehr ungewöhnlich ist. Sie servierte uns ein gutes Thai-Frühstück mit Reissuppe und Obst. 

Gestärkt und wenig erwartungsvoll , ob der Strecke heute, ging es los. Bald wurde uns wärmer, denn das berüchtigte Lastwagen-Schild tauchte auf. Die Steigungen waren nicht ganz so zahlreich, uns reichten sie trotzdem. Die Strecke führt durch Wald, der aber winterlich kahl ist. Mandarinen, Kautschuk und Mais scheint am besten zu wachsen. Unterwegs kamen wir durch wenige kleine Dörfer, die sofort eine andere Welt offenbaren. Die Zeit scheint stehengeblieben zu sein und dann taucht Poi (oder wie sie sich nennt) mit ihrem Smartphon auf und man weiß,dem ist nicht so. Da für uns Farang (Ausländer) die thailändischen Namen oft unaussprechlich sind, legen sich viele eine Kurzform zu. Zumindest waren die Straßen meist sehr gut und der Verkehr harmlos.

 

 So erreichten wir schließlich Phayao, eine Stadt an einem in den 1940er Jahren angelegten See. Richtig schön ist das hier, mit Strandpromenade, Restaurants und vielen Thais , die den Abend beim Fischen und einem Picknick hier ausklingen lassen. Wir haben uns spontan entschlossen noch einen Tag hierzubleiben und eine Art Ruhetag einzulegen.

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